Rezensionen

Eoin Colfer: Artemis Fowl. Die Verschwörung

Artemis Fowl ist auf der Suche nach seinem Vater. Dieser ist vor Jahren von einer skrupellosen Erpresserbande entführt worden, seine Spur verliert sich in Murmansk. Artemis macht sich an die Befreiungsaktion benötigt dafür allerdings die Hilfe des Erdvolks. Und diese sind natürlich nach der letzten Konfrontation mit Artemis und dem gestohlenen Gold nicht ohne weiteres bereit ihm zu helfen. Da Artemis dem Erdvolk jedoch bei der Koboldgefahr hilft unterstützt das Erdvolk, vor allem in Person von der ZUP-Elfe Holly Short und dem Zentauer Foaley, ihn.
In diesem Buch unterzieht sich Artemis Fowls Charakter einer Verwandlung, er ist nicht mehr so kalt, sondern zeigt langsam Gefühle, dadurch wird er mir sympathischer.
Das Buch ist gut und flüssig zu lesen, obwohl die Story komplexer ist. Es ist auch so, dass Artemis in einigen Situation auf sich allein gestellt ist und sich beweisen muss. Dies macht die Geschichte wesentlich spannender. Eine sehr gute Fortsetzung des ersten Teils.

1 Kommentar 21.7.08 21:23, kommentieren

Eoin Colfer: Artemis Fowl

Artemis Fowl ist der jüngste Spross einer irischen Gangsterdynasti, von schmächtiger Gestalt und hochintelligent. Um den wirtschaftlichen Ruin seiner Familie zu vermeiden, plant er einen Riesencoup. Um dies zu erreichen bringt er das Buch der Elfen in seinen Besitz, in dem steht wie man Elfen gefangen nehmen kann. Mit Hilfe des Buches gelingt es ihm die Aufklärungs-Elfe Holly Short zu fangen. Da bekannt ist, dass die Elfen Gold besitzen, will er Holly gegen Gold eintauschen. Aber diese weiß sich mit Magie und hochmodernener Elfentechnologie zu wehren.

Eoin Colfers Artemis Fowl ist bissig, ironisch und humorvoll geschrieben. Wenn einem in anderen Büchern die Hauptpersonen sympathisch sind, so ist es Artemis Fowl in diesem Falle nicht. Er ist einfach unsympathisch, kühl, berechnend und er hat gar nichts von einem typischen zwölfjährigen Teenager.  Aufgrund dieses Charakters wünscht man dem Erdvolk mehr Glück bei der Verhinderung von Artemis Fowls Vorhaben. Aber auch das Erdvolk ist nicht ohne, so besitzen sie Waffen, die sehr gefährlich sind. In dem Sinne gibt es keine Trennung zwischen Gut und Böse. Außerdem geht es teilweise sehr gewalttätig zu.
Schön charakterisiert sind die einzelnen Figuren der Geschichte und auch sehr detailreich erzählt. Ich denke dabei nur an den Zwerg Mulch Diggums und seine Körperfunktionen.
Insgesamt gesehen ein Buch, das Lust auf mehr macht.

2 Kommentare 25.6.08 20:24, kommentieren

Mary Jane Clark: Ich sehe was, was du nicht siehst

Von Amazon
Eliza Blake ist die Aufsteigerin des Jahres. Zusammen mit dem Starjournalisten Bill Kendall moderiert sie die erfolgreiche Nachrichtenshow ihres Senders. Aber das Glück bleibt nicht ungetrübt. Böse Gerüchte werden über sie in die Welt gesetzt. Angeblich ist Eliza kokainsüchtig und hat als alleinstehende Mutter einen unsteten Lebenswandel. Dann wird Bill Kendall tot aufgefunden. Der Befund ist sensationell: Der attraktive Nachrichtenmann soll Selbstmord begangen haben. Auch Eliza gerät mehr und mehr unter Druck. Eine gefährliche Intrige entspinnt sich um den Sender, deren Urhebern jedes Mittel recht ist. Sie beherrschen alle Spiele der Macht: von Erpressung bis zum Mord.

Nun zum Aufbau: Das Buch ist in mehrer kleine Kapitel eingeteilt, insgesamt 134. Mary Jane Clark versucht mehrere Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. So spielt die Geschichte an mehreren Orten gleichzeitig und als Leser bekommt man einen Einblick in die verschiedenen Handlungsstränge. Die vielen Handlungsstränge können einen zeitweise ganz schön verwirren, da man versucht ist, die einzelnen Episoden in Einklang miteinander zubringen. Erst am Ende finden sich die einzelnen Handlungsstränge zusammen.
Die einzelnen Figuren sind teilweise unklar beschrieben und teilweise wieder sehr prägnant. Sehr gut beschrieben fand ich den Wahlkampfhelfer Nate Heller und auch den Nachrichtensprecher Bill Kendall. Unklar beschrieben finde ich die eigentliche Hauptprotagonistin Eliza Blake. Sie stolpert für mich irgendwie in die Geschichte rein.
Spannend finde ich, wie Mary Jane Clark, die einzelnen Machenschaften beschreibt und wie ganz zum Schluss sich die einzelnen Handlungsstränge zusammenfügen und die Geschichte rund machen. So bleibt die Geschichte spannend bis zum Schluss und man rätselt mit wer denn nun der eigentliche Täter ist. Denn im Laufe der Geschichte hat man fast jeden verdächtigt. Mir ging es jedenfalls so.
Das Buch ist insgesamt recht gut geschrieben, wer gerne Krimis liest und Spannung bis zum Schluss haben will, ist mit diesem Buch gut bedient.

1 Kommentar 24.6.08 21:39, kommentieren

John Grogan: Marley und ich

Klappentext:
John und Jenny beginnen gerade ein gemeinsames Leben in ihrem kleinen Traumhaus. Sie sind jung und verliebt und leben sorglos in den Tag hinein. Doch damit ist es schlagartig vorbei, als sie Marley zu sich nach Hause holen, ein quirliges, gelbbraunes Fellknäuel, einen Labradorwelpen.
Marley wächst schnell zu einer "energiegeladenen Dampfwalze" mit sehr eigenwilligen Charakter heran, der ihn zu einem unvergleichlichen Hund macht. Er bricht durch Fliegengitter, buddelt sich unter Bruchsteinmauern hindurch, stürzt sich sabbernd auf Gäste und klaut die Unterwäsche seines Frauchens. Gewitter versetzen ihn in Angst und Schrecken, und er frisst fast alles, was ihm in die Quere kommt. Selbst Sofapolster und edler Schmuck sind vor ihm nicht sicher.
Die Hundeschule hat keinerlei Auswirkung auf sein ungezogenes Verhalten - Marley wird nach wenigen Übungsstunden rausgeschmissen. Auch die Beruhigungsmittel, die der Tierarzt gegen die Hyperaktivität verschreibt, verfehlen ihre Wirkung.
Marleys Herz aber ist unendlich groß. So wie er unbekümmert alle Verbote missachtet, so grenzenlos ist zugleich seine Treue. Marley teilt mit dem Ehepaar Freude und Kummer. Liebe, so lernen John und Jenny durch ihren Labrador, lässt sich auf verschiedenste Art ausdrücken. Ist es möglich, den Schlüssel zum Glück durch einen überaus frechen Hund zu finden?

John Grogan beschreibt sein und das Leben seiner Familie mit dem "verrücktesten" Hund der Welt. Das Buch ist sehr witzig geschrieben und ich musste oft lachen. Meistens über die Streiche, die Marley ausübte oder die Bezeichnung "Marley-Mambo", wenn er wieder was ausgeheckt hatte. Die flotte und lustige Art Grogans zu schreiben, war der Grund weshalb ich das Buch in einem Tag durchgelesen habe. Mir fallen immer wieder einzelne Streiche von Marley ein oder das Benehmen in der Hundeschule von Marley, der seine Hundetrainerin in nur zwei Sitzungen so aus der Fassung machte, dass er rausgeschmissen wurde. Egal wie unmöglich dieser Hund war, man hat immer das Gefühl, dass er es einfach nicht besser wusste, aufgrund seiner ständigen Panikattacken. So viel ich auch lachen musste, zum Ende des Buches war ich traurig, da es sehr traurig endet.

1 Kommentar 23.6.08 20:57, kommentieren

Eileen Goudge: Labyrinth der Liebe

Klappentext:
Als ein Säugling mitten in der Nacht gekidnappt wird, verändert sich das Leben von drei Frauen für immer. 25 Jahre nach der Entführung ihres Kindes leidet Ellie, inzwischen eine namhafte Therapeutin, noch immer unter dem Verlust. Da sie keine eigenen Kinder mehr bekommen kann, versucht sie verzweifelt eines zu adoptieren. Kate kennt die grausame Wahrheit von Ellies Schicksal. Doch sie schweigt - aus Angst, ihr eigenes fragiles Familienglück zu gefährden. Als Skyler schwanger wird, fällt sie die schmerzliche Entscheidung das Kind zur Adoption freizugeben, da Tony ihre Liebe offensichtlich nicht erwidert. Tony wiederum kennt eine Therapeutin, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind - eine Sehnsucht, die schließlich zum explosiven Ausbruch führt.

Eileen Goudge gelingt es die Verzweiflung der drei Frauen in ihrer jeweiligen Lebenssituation einzufangen, Zum einen Ellie, die nach der Entführung ihrer kleinen Tochter, auf allen Wegen versucht ein Kind zu bekommen und daran bald ihre Ehe zerbrechen lässt. Dann ist da Kate, die sich mit der Situation konfrontiert sieht, dass Skyler, Ellies entführte Tochter ist und mit ihrem Mann nicht darüber reden kann, weil dieser alles abblockt. Und letztendlich Skyler, die ihr Baby zur Adoption freigeben will, da ihre Liebe zu Tony nicht erwiedert wird. Skylers Baby wird ausgerechnet von der Frau adoptiert - die ihre eigene Mutter ist - Ellie. Aber davon ahnt Skyler nichts, erst als sie ihr Baby wieder haben will und vor Gericht deswegen muss, erfährt sie die ganze Wahrheit.
Mir gefällt ganz gut die Verknüpfung zwschen den einzelnen Handlungssträngen und Personen. Es hat nicht nur jede Person ihren Platz in der Erzählung, sondern ist auch mit fast allem verknüpft. Ich denke dabei an Tony, der der Freund eines Aids-Patienten aus Ellies Therapiegruppe ist und zugleich der Vater von Skylers Baby ist.
Mit ihrem Schreibstil, dem Erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven, ist es ihr gut gelungen, dass man sich nicht auf die Seite einer Akteurin oder Akteur schlagen kann. Mir ist es jedenfalls so gegangen.

1 Kommentar 23.6.08 20:34, kommentieren

Günther Wessel: Die Allendes. Mit brennender Geduld für eine bessere Welt

Die Allendes sind die politische Familie in Chile des 20. Jahrhunderts, am ehesten sind sie mit den Kennedys zu vergleichen. Eine Familie die alles erlebt hat. Sie kämpften für Freiheit und Gerechtigkeit, erlebten Revolutionen und Vertreibung, Exil, Untergrund, Träume und Tragödien. Sie kämpften nicht mit Waffen, sondern mit Wörtern. Günther Wesel begibt sich in seinem Werk auf die Spuren von Salvador Allende, dem ersten demokratisch gewählten kommunistischen Präsidenten Chiles, und seiner Familie. Ausgehend vom Großvater Ramón Allende Padin, der Mitte des 19. Jahrhunderts der gegen die Großgrundbesitzer kämpfte, sich für Bürgerrechte und eine Trennung von Kirche und Staat einsetzte, bis hin zu Isabel Allende, chilenische Schriftstellerin und Patenkind von Salvador Allende. Wesel zeigt den Aufstieg und Zerfall einer bedeutenden Dynastie.
Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militär unter Pinochet Allende. Mit seinen Getreuen in der Moneda, dem chilenischen Regierungssitz verschanzt, war bereit bis zum Äußersten gegen die Putschisten zu kämpfen. Als diese schließlich den Regierungspalast stürmten, fanden sie Salvador Allende tot auf. An diesem Tag verlor Chile nicht nur seinen Hoffnungsträger, sondern auch seine Freiheit auf Jahrzehnte hinaus.
Allendes Familie floh aus Chile. Einige nach Venezuela, andere nach Kuba. Besonders im Schlusskapitel in dem Isabel Allende von dem Pinochet-Putsch berichtet, wird deutlich, dass die Familie, wie sie einmal nie wieder zusammenfinden würde. Sie war völlig zerstört, denn mit ihrer Vertreibung aus ihrer Heimatstadt Santiago de Chile und dem Verlust von Salvador Allende gab es keinen Zusammenhalt mehr.
Das Buch ist in Form einer langen Reportage angelegt und eine sehr interessante und gut geschriebene Familienbiographie. Sie bildet nicht nur die Familie Allende ab, sondern auch die jüngere Geschichte Chiles.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe sehr gerne gelesen. Wer einmal über den Tellerrand der politischen Familien hinaus schauen möchte und sich nicht nur für die Clintons und Bushs interessiert, ist mit diesem Buch gut beraten.

29.3.08 20:12, kommentieren