Mikael Niemi: Populärmusik aus Vittula

Eine Kindheit in Schweden ist nicht immer wie bei Pippi Langstrumpf oder Michel von Lönneberga. Sie kann auch anders sein, wie die von Matti aus Vittula im Norden Schwedens an der Grenze zu Finnland.
Er wächst in den 60er Jahren in einem Gebiet auf, dessen Wirtschaft sich auf Land- und Forstwirtschaft beschränkt. Kinder werden zwar zur Schule geschickt, aber lieber sehen es die Eltern, wenn sie auf dem Hof mitarbeiten.
Matti und sein Freund Niila, ein sehr stiller und depressiver Junge erleben das Erwachsenwerden zwischen Landwirtschaft, Kirche und den unruhigen 60er Jahren mit den gesellschaftlichen Umbrüchen und dem Aufkommen des Rock'n Roll.
Von der Leidenschaft zur Musik, vom Erwachsenwerden in einem Jahrzehnt des Umbruchs handelt "Populärmusik aus Vittula" von Mikael Niemi. Von der Abnabelung vom Elternhaus, von den Denkweisen der älteren Generation durch die Musik. Manche werden sicher die Aussagen von Eltern bzw. Großeltern in den Ohren haben "Mit der Musik konnte man damals anecken." So ergeht es Matti und Niila auch, Musik wurde nicht als Berufung angesehen, sondern mehr als unnützer Zeitvertreib.
Matti blickt auf seine Kindheit zurück ohne sie zu verklären oder zu verherrlichen.
"Populärmusik aus Vittula" von Mikael Niemi verwundert über seinen Anfang, wenn man diesen Anfang mal überwunden hat, fesselt einen das Buch. Für alle die junge Literatur aus Skandinavien mögn oder mal was neues ausprobieren wollen, ist dieses Buch zu empfehlen.

11.2.08 19:43

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