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Samstag, 03.11.2007

Da ich sehr gerne lese, werde ich hier nach und nach, die von mir gelesenen Bücher besprechen.

Also viel Spaß.

Gruß

Kerstin

3.11.07 20:06, kommentieren

Cecilia Ahern: P.S. Ich liebe Dich

Cecilia Aherns Debütroman „P.S. Ich liebe dich!“ ist eine wunderschöne Geschichte über den Weg zurück ins Leben nach einem großen Verlust.
Holly, die Hauptprotagonistin dieser Geschichte, verliert ihren Mann Gerry durch einen Gehirntumor. Als sein Abschiedsgeschenk vermacht er ihr zehn Briefe, die sie auf den Weg zurück ins Leben begleiten. Für jeden Monat bis zum Ende des Jahres einen. Diese Briefe sind keine Liebesbriefe, sondern Zweizeiler, die ihr für jeden Monat eine Aufgabe stellen. Die Briefe helfen ihr über ihren Verlust hinweg und sie ordnet ihr Leben neu. So findet sie nach vielen schlechten Jobs ihren Traumjob.
Neben Hollys Trauer und ihre Angst vor der Zukunft, stellt Cecilia Ahern auch die einzelnen Mitglieder von Hollys Familie da. Die ausgeflippte Schwester Chiara, die durch die Welt reist. Der älteste Bruder, der immer schweigt und seine Probleme versucht mit sich selbst auszumachen. Aber auch die Freunde von Holly werden dargestellt und wie sie mit der Trauer um Gerry umgehen. Es zeigt sich für Holly, dass nicht nur sie Gerry vermisst, sondern auch ihre Freunde einen guten Freund verloren haben.
Cecilia Ahern hat viele Protagonisten in ihrem Debütroman integriert, die alle irgendwie sich um Holly gruppieren. Sie werden zwar nicht alle bis ins kleinste Detail beleuchtet, allerdings erkennt man schnell die Charaktereigenschaften der Personen. Man gewinnt sie lieb, schüttelt ab und zu den Kopf über sie und wundert sich auch.
Es ist ein gelungenes Romandebüt von Cecilia Ahern. Ich habe den Roman in zwei Tagen verschlungen. Er berührt einen, da man die Trauer von Holly nachempfinden kann, denn jeder hat sicher schon einmal einen Menschen verloren an dem er sehr hing.

3.11.07 20:18, kommentieren

Osman Engin: Götterratte

In seinem Roman Götterratte nimmt Osman Engin, in seiner gewohnt satirischen Art, alle Bevölkerungsgruppen aufs Korn. Jeder bekommt sein Fett weg. Männer, Frauen, Emanzen, Schwule und Studenten.

Osman Engin lässt seinen Erzähler Osman, die Trennung von seiner Frau Eminanim erleben. Osman versucht seine Frau mit vielen täppischen Ideen zurückzugewinnen, die für ihn eigentlich, die größte Nervensäge der Welt ist. In den drei Wochen, die er versucht seine Frau zurückzugewinnen, landet er mehrfach auf den Polizeirevier und lebt mit einen Transvestiten zusammen. Ob er seine Frau wiederzurückgewinnt?

Wunderbar bissig und ironisch stellt Engin seinen Osman dar. Einen Mann, der sich für den perfekten Ehemann hält und die Welt nicht versteht, weshalb seine langjährig Angetraute ihn verlässt. Man fragt sich oft in diesem Buch, wieso Eminanim Osman nicht früher verlassen hat. Aber man gewinnt auch Osman mit all seinen Schrullen und auch Sehnsüchten lieb.

Allerdings stellt Engin nicht nur Osman ironisch da, sondern auch dessen Sohn Mehmet, den „ewigen Studenten“. René, den Transvestiten, der länger im Bad braucht als eine Frau. Erkek Fatma, die Emanze und stärkste Osman-Gegnerin. Hans, für den alle Frauen an den Herd gehören, dabei ist er ein armes Würstchen. Er verleiht all seinen Charakteren einen eigenen Charakter. Man kann sie lieb gewinnen, man muss es aber nicht.

Osman Engins Götterratte ist ein Buch zum Lachen und man bekommt Bauchkrämpfe vom Lesen. Das Buch hält was es verspricht. Ich würde es jeder Zeit weiter empfehlen.

3.11.07 20:21, kommentieren

Jostein Gaarder: Das Orangenmädchen

Jostein Gaarders „Das Orangenmädchen“ geht auf die Suche nach den Antworten zu den wichtigen Fragen ‚Was ist Liebe?’ ‚Was ist Glück?’. Wie keinem zweiten gelingt es Gaarder diese Fragen wieder philosophisch zu beantworten.

Gaarder schickt seinen Protagonisten Georg, einen fünfzehn Jahre alten Jungen, auf die Reise in die Vergangenheit. Elf Jahre nach dem sein Vater an einer tödlichen Krankheit verstorben ist findet seine Oma einen Brief von ihm versteckt in Georgs roten Kinderwagen. In seinem Brief erzählt sein Vater ihm die Geschichte seiner großen Liebe und Suche nach dem Orangenmädchen. Er berichtet von seinen Bemühen dieses Mädchen zu erobern und stellt seinen Sohn immer wieder Fragen zu seinem Leben. Auch gibt er einen Einblick in seine Gedankenwelt als er von seinen nahenden Tod erfahren hat und wie er die letzten Tage mit seinem Sohn verlebt hat. Wie der Vater hat auch der Sohn ein großes Interesse am Hubble-Teleskop. Dies ist die eine Verbindung des Vaters zu seinem Sohn, die andere liegt in der Geschichte des Orangenmädchens. Wer ist nun dieses geheimnisvolle Orangenmädchen?

Wer eine Geschichte über die Suche nach der großen Liebe und dem großen Glück lesen, der sollte sich dieses Buch zur Hand nehmen. Gaarder schreibt sehr gefühlvoll, die Liebesgeschichte und auch all die Ängste nieder, die ein Mensch haben kann, wenn er glaubt den Partner fürs Leben gefunden zu haben und Angst hat ihn wieder zu verlieren.

Mich hat dieses Buch berührt. Es ist wunderbar geschrieben und man kann sich richtig in die Charaktere hinein versetzen. Nicht nur in Georg, der nach so langer Zeit, einen Brief von seinem Vater bekommt, sondern auch in den Vater, als er auf der Suche nach seinem Orangenmädchen war.

1 Kommentar 3.11.07 20:29, kommentieren

Marc Levy: Solange du da bist

Marc Levys „Solange du da bist“ ist ein sehr gelungener Roman über die Liebe und dem Glauben an Wunder.

Arthur bezieht eine neue Wohnung und in seinen Wandschrank befindet sich ein weiblicher Geist. Der weibliche Geist Lauren liegt im Koma und kann aus ihrem Körper heraustreten. Arthur, der sich an Laurens Gegenwart gewöhnt hat, wird von seinem Freund Paul für verrückt gehalten, weil er mit einer Person spricht, die man gar nicht sehen kann. Im Laufe der Zeit kommen sich Arthur und Lauren näher. Als er dann erfährt, dass die lebenserhaltenen Maßnahmen für Lauren beendet werden sollen, entführt er die in Komaliegende Frau aus dem Krankenhaus in sein Elternhaus an der Küste Kaliforniens. Wird seine Tat ein gutes Ende finden?

Marc Levys „Solange du da bist“ ist ein wunderschöner Roman über den Kampf ums Glück und ums Leben. Levy versucht mit seinen beiden Protagonisten Arthur und Lauren nicht nur die Magie einer Liebe aufzuzeigen, sondern auch die Problematik, ob Menschen im Wachkoma etwas hören und fühlen. Lauren auf der Schwelle zwischen Leben und Tod stellt dabei den Bezugspunkt dar.

„Solange du da bist“ ist ein wunderbarer Roman über die Liebe. Er zeigt den Mut eines Einzelnen gegen die Unabänderlichkeit des Systems etwas zu tun. Und man hofft am Ende, dass die Liebe siegt.

1 Kommentar 4.11.07 15:17, kommentieren

Marc Levy: Zurück zu dir

Marc Levys Fortsetzung „Zurück zu dir“ von „Solange du da bist“ ist ein sehr gelungener Roman über Seelenverwandtschaft und Freundschaft.

Zurück aus einem längeren Frankreich Aufenthalt begegnet Arthur Lauren wieder. Doch seine Angebetete erkennt ihn nicht. Ein Unfall führt dazu, dass Lauren und sein Freund Paul sein Leben retten. Erst da wird Lauren klar, wen sie vor sich hat. Wird es ein Happyend zwischen den beiden geben?

Marc Levys „Zurück zu dir“ ist ein zauberhafter Roman über die große Liebe. Waren in „Solange du da bist“ noch Lauren und Arthur allein die Hauptprotagonisten des Romans, so existieren in Fortsetzung weitere Beziehungsgefüge. Sei es die Liebesbeziehung zwischen einen Polizistenpaar, zwischen Arzt und Krankenschwester oder zwischen Paul und einer Ukrainerin. Diesmal zeigt Levy die Schwierigkeiten zwischen den Beziehungen auf und auch die Differenziertheit der Akteure. Zum ersten Mal werden auch die Schwächen der Nebenprotagonisten deutlich dargestellt, ohne dabei die Handlung zu beschädigen.

„Zurück zu dir“ ist eine gelungene Fortsetzung und lesenswert und zwar nicht nur für Levy Fans, sondern auch für alle die junge moderne Gegenwartsliteratur aus dem Bereich Liebe mögen.

1 Kommentar 4.11.07 15:20, kommentieren